|
Die steigende Bedeutung von Erdöl als Brenn-, Treibstoff und in der chemischen Industrie führte bei Transport und
Verarbeitung dieses Stoffes immer häufiger zu Unfällen mit all den negativen Folgen für Mensch und Umwelt. Daher
wurden Mitte der 60er Jahre ausgewählte Feuerwehren in Bayern mit sog. Ölschadensanhängern zur Bekämpfung
aller mit Mineralöl verbundenen Gefahren ausgerüstet. Als es im Kreis Augsburg um die Zuteilung eines derartigen
Gerätes ging, fiel die Wahl natürlich wieder auf die FF Dinkelscherben, die ihre Schlagkraft und Einsatzbereitschaft
in vielen Einsätzen bewiesen hatte. Wenig Begeisterung fand bei der Wehrführung allerdings die Idee eines Anhängers, der nie eigenständig, sondern nur mit einem Zugfahrzeug eingesetzt werden konnte. Mit viel
Einsatz und Überredungskunst gelang es Kommandant Fischer, KBI Wiedemann und dem damaligen Landrat Wiesenthal, einem erklärten Freund der Feuerwehren, die genehmigenden Behörden zu überzeugen, die gesamte
Ölschadensbeladung auf ein Fahrzeug, ähnlich einem Tragkraftspritzenfahrzeug zu verlasten. So konnte Landrat Wiesenthal am 6. Juni 1966 an die FF Dinkelscherben ein ÖSF vom Typ Ford FK 1000 mit Aufbau Bachert
übergeben. Dieses Fahrzeug war das erste und einzige ÖSF weit und breit und stellte ein bahnbrechendes Novum dar. Dadurch erweiterte sich der Aufgabenbereich der Wehr entscheidend und führte zu einer Zunahme
technischer Hilfeleistungseinsätze, einer Entwicklung, die bis heute anhält. Ein sehr wichtiges Sicherungsgerät bei Öleinsätzen ist der Pulverlöschanhänger P250, den die Wehr ebenfalls 1966 erhielt.
 |
Leider mußte im gleichen Jahr das LF15 aus technischen Gründen ausgesondert werden, was die Schlagkraft der
Wehr beeinträchtigte, da die finanzielle Situation des Marktes eine Ersatzbeschaffung nicht gestattete und somit auch
kein Transportfahrzeug für die TS8 mehr vorhanden war. Dieses dringend notwendige Fahrzeug hätte allerdings im
Gerätehaus keinen Platz gefunden, in dem die Verhältnisse inzwischen mehr als beengt waren. Der Wunsch nach einem
neuen Gerätehaus war bereits mehrfach von der Wehrführung vorgebracht worden, als der Marktrat im Jahre 1967 den Neubau eines Feuerwehrhauses an der Mödishofer Straße beschloß, der im Jahre 1969 begonnen wurde.
Am 6. März 1969 wurde das TLF mit einem leistungsfähigen Fahrzeugfunkgerät ausgestattet. Der zur damaligen
Zeit keineswegs selbstverständliche Fahrzeugfunk war in Dinkelscherben bereits Mitte der 60er Jahre eingeführt worden und führte zu einer wesentlichen Verbesserung der Einsatzleitung.
 
Herausragender Einsatz in diesem Jahr war das Hochwasser, welches Dinkelscherben am 7. und 8. Juni heimsuchte
und groß angelegte Hilfseinsätze der Wehr, unterstützt von der Werkfeuerwehr FERRUM erforderte. Darüberhinaus
erhielt die Wehr 1969 vier Atemschutzgeräte, die zur körperlichen Unversehrtheit eines Feuerwehrmannes bei Innenangriffen in Anbetracht giftiger Rauchgase dringend erforderlich sind.
Ein Freudentag in der Geschichte der Wehr war der 25. April 1970, als das langersehnte neue Gerätehaus endlich
bezogen werden konnte. Zwei Großbrände innerhalb von 14 Tagen waren im Juni 1970 in Maingründel und Schempach
zu bekämpfen. Letzterer Brand nahm durch einen Unfall bei den Abräumarbeiten, den ein Familienmitglied des Brandgeschädigten mit dem Leben bezahlen mußte, eine besonders tragische Dimension an. Durch die Übernahme
eines neuen LF8 vom Typ Hanomag/Henschel mit Aufbau Bachert am 8. 10. 1970 wurde nun auch die Ausrüstungslücke,
die seit 1966 bestanden hatte, geschlossen. Am 4. Juli 1971 erhielt dieses Fahrzeug gemeinsam mit dem neuen Gerätehaus die kirchliche Weihe.
|