|
Am 03.04.2004 wurde die Wehr wieder einmal auf die unfallträchtige Kreisstraße A1 gerufen, wo zwei Personen nahe Häder nach einem Frontalzusammenstoß mit
Spreizer und Schere aus ihren Fahrzeugen befreit werden mussten. Danach musste die Wehr bis Oktober noch bei weiteren drei schweren Verkehrsunfällen Personen aus ihren Fahrzeugen befreien.
Am Nachmittag
des 26.07.2004 stieg eine große schwarze Rauchwolke über Saulach auf. Ein großes Stall- und Scheunengebäude stand in Vollbrand. Gemeinsam mit der Ortswehr Oberschöneberg und weiteren alarmierten Kräften benachbarter
Wehren gelang es, den Brand relativ schnell unter Kontrolle zu bringen. Keiner der Helfer ahnte zu diesem Zeitpunkt, dass dies nicht der letzte Einsatz in Saulach sein sollte…
Wenig Neues gab es beim sehnsüchtig erhofften Neubau des Feuerwehrhauses. In einem sehr drastischen Zeitungsartikel schilderte die „Augsburger Allgemeine“ am 29. Juni den Zustand des Gerätehauses. Im gleichen
Artikel sagte allerdings auch Bürgermeister Baumeister aus, dass der 2002 gefasste Baubeschluss aus finanziellen Gründen weiter „auf Eis liege“ und vor 2005 oder 2006 nichts passieren werde.
Wie man ein derartiges Projekt auch bei knappen Kassen bewältigen kann, konnten die Dinkelscherber Wehrleute vom 24. bis 26.09.2004 sehen. Die befreundete FF Weismain weihte an diesem Tag ihr neues Feuerwehrhaus
ein, hatte dazu die FF Dinkelscherben eingeladen und erfreute die Besucher an diesen zwei Tagen mit liebenswürdiger Gastfreundschaft. Im Mittelpunkt des Besuches stand ein sehr funktionales Gerätehaus mit vier
Stellplätzen, bei welchem eine hervorragende Symbiose aus Ansprüchen der Wehr, optischem Eindruck und Finanzierbarkeit gelungen war. Mit gewisser Enttäuschung mussten die Kameraden feststellen, wie weit man doch
daheim von einem derartigen Bau entfernt war. Zum Jahresende machte die „Augsburger Allgemeine“ in einem großen Artikel am 16.12.2004 nochmals auf den katastrophalen Zustand des Gerätehauses aufmerksam. Hier
sprach dann Bürgermeister Baumeister sogar vom „vorzeitigen Baubeginn“, der einen sofortigen Baubeginn ermöglichen würde. So nimmt es dann nicht Wunder, dass der zweite Bürgermeister Peter Kraus anlässlich der
Jahreshauptversammlung am 19.02.2005 die Notwendigkeit des Neubaus unterstrich, gleichzeitig aber das Problem der Finanzierbarkeit herausstellte.
Genau neun Monate nach dem ersten Brand wurde das ldw. Anwesen
Saulach 26 am 26.04.2005 wieder Opfer eines Großbrandes. Diesmal stand die ans Wohnhaus angebaute Maschinenhalle in hellen Flammen. Ein durch die FF Dinkelscherben beherzt vorgebrachter Innenangriff unter
Pressluftamer verhinderte in letzter Minute ein Übergreifen des Feuers auf das Wohnhaus. Der verursachte Schaden belief sich auf 250000.-- €. „Land unter“ hieß es bei der Sommerflut zwischen 23. und
24.08.2005, als unsere Wehr in 98 Einsätzen zum wiederholten Mal zahllose überschwemmte Keller leerpumpen musste. Nicht gerade motivierend für die erschöpften Kräfte war dabei die Tatsache, dass sie in einem
engen und baufälligen Gerätehaus ihre Einsatz-, Versorgungs- und Verpflegungszentrale einrichten mussten. Dieses Unwetterereignis betraf ganz Südbayern. Ein besonders spektakuläres Ereignis war dabei die
Unterspülung der im Bau befindlichen Autobahnbrücke bei Augsburg, die zeitweise in den Lech zu stürzen drohte, ja sogar von einer Sprengung der Brücke war die Rede. KBR Anzenhofer schätzte die Schäden der Flut sogar
schlimmer ein als die der Flut 2002.
Die Jahreshauptversammlung am 14. 01.2006 ergab einen Generationswechsel in der Vereinsführung. Nach 12 Jahren an der Spitze des Vereins stellten Schriftführer Jürgen
Mayer, Kassenwart Alois Finkl und Vorstandsvorsitzender Joachim Aumann ihre Ämter zur Verfügung. Nachdem zuvor die Amtszeit auf drei Jahre verkürzt worden war, wurde der bisherige Stellvertreter Josef Wolitz zum
neuen Vorsitzenden gewählt. Das Amt des Stellvertreters erhielt Herbert Steiner, Kassenwart wurde Andreas Hafner. Das Amt des Schriftführers bekleidete mit Helga May erstmals eine Frau.
Nur wenige Tage
nach der Wahl wurden die Dinkelscherber Feuerwehrleute am bitterkalten Wintermorgen des 28.01.2006 um 3 Uhr 30 von der Sirene aus ihren Betten gerissen. Wieder stand ein Bauernhof in Saulach in Flammen.
Gemeinsam mit der Feuerwehr Oberschöneberg kämpfte die Wehr nicht nur gegen das hell lodernde Feuer, sondern auch gegen einen Frost von – 8 Grad, der ablaufendes Löschwasser sofort gefrieren ließ. Als die Wehren
nach einer Stunde das Feuer unter Kontrolle hatten, glaubte niemand mehr, dass hier alles mit rechten Dingen zugegangen war, da dies wieder fast genau neun Monate nach dem letzten Brand der dritte Großbrand in dem
Weiler mit rund 100 Einwohnern war. Ein weiterer Großbrand vernichtete am Vormittag des 25.08.2006 eine Scheune in Au. Schon fast makaber, aber dem Gesetz der Serie entsprechend, nahezu neun Monate nach dem
Einsatz im Januar, stand am 22.10.2006 das Anwesen Saulach 26 zum dritten Mal in Flammen. Trotz rekordverdächtiger Ausrückezeit der Wehr schlugen bei der Ankunft wieder hohe Flammen aus dem Dach des Stalls, der
ja erst vor kurzem neu aufgebaut war. Relativ schnell war das Feuer unter Kontrolle, das Vieh konnte gerettet werden, der verursachte Schaden betrug 150000.-- €. Die Vermutung, dass in Saulach ein
„Feuerteufel“ tätig ist, war wohl nicht mehr von der Hand zu weisen. Trotz fieberhafter Bemühungen der Polizei, die auch das Aushängen von Steckbriefen nach sich zog, konnte der vermeintliche Brandstifter bis heute
(Januar 2007) nicht gefasst werden.
Neben spektakulären Brandeinsätzen war die Wehr auch bei zahlreichen Verkehrsunfällen stark gefordert. Am 02.05.2006 konnte der Fahrer eines Kleinbusses, der
zwischen Häder und Mödishofen seitlich an einen Baum geprallt war, nur noch tot aus seinem Fahrzeug geschnitten werden. Am 24.09.2006 hatte ein älteres Ehepaar zwischen Agawang und Horgau in seinem Opel Astra
keine Chance gegen einen schweren Geländewagen, der ihm aufgrund überhöhter Geschwindigkeit seitlich entgegenschleuderte. Beide waren wohl sofort tot und mussten von der FF Dinkelscherben gemeinsam mit der FF
Agawang geborgen werden. Gemeinsam mit der Feuerwehr Zusmarshausen wurde die FF Dinkelscherben am 11.10.2006 zur Befreiung einer schwerst eingeklemmten Frau auf die A1 Höhe Schempach gerufen Einen Tag nach dem
Großbrand in Saulach musste die Wehr am 23.10.2006 eine schwer verletzte Frau zwischen Dinkelscherben und Häder aus ihrem Fahrzeug befreien. Vielen Feuerwehrleuten noch lange in Erinnerung bleiben wird der
Verkehrsunfall am 24.11.2006. Mit stark überhöhter Geschwindigkeit kam auf der A1 in Höhe Au ein Audi von der Straße ab und schleuderte seitlich in eine Baumgruppe. Zwei der drei aus Grünenbaindt stammenden jungen
Fahrzeuginsassen wurden beim Aufprall schwerst verletzt, für den 21-jährigen Beifahrer kam jede Hilfe zu spät. Gemeinsam mit einem Großaufgebot des Rettungsdienstes wurde Hilfe geleistet. Ein eingeklemmter Beifahrer
musste mit Spreizer und Schere befreit werden. Für Rettungs- Aufräumungsarbeiten und Ausleuchten der Unfallstelle für die Landung des Rettungshubschrauber war die Wehr über drei Stunden im Einsatz. Gerade für
einige jüngere Kameraden war der Einsatz eine starke Belastung, da die drei jungen Männer deren Freundeskreis entstammten.
|