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Erste Hinweise auf das Vorhandensein von Geräten zur Brandbekämpfung in Dinkelscherben finden sich in einem Band mit Gemeinderechnungen aus den
Jahren 1790 bis 1806. Hier erscheinen Rechnungen über Reparaturen an der Feuerspritze, sowie Anweisungen zur Beschaffung einer zweiten Spritze.
Reparaturrechnungen weisen auf das Vorhandensein eines Gerätehauses hin. Der genaue Standort dieses ersten Feuerwehrhauses lässt sich allerdings nicht mehr feststellen. Nachlesen kann man dies im Buch „Geschichte
und Volkskunde des Marktes Dinkelscherben“ von Walter Pötzl.
Von einem organisierten Brandschutz kann dabei allerdings nicht die Rede sein, vielmehr eilten auf das Sturmläuten der Feuerglocke alle halbwegs
Gehfähigen zum Brandort, um dort dann mehr oder weniger improvisierte Schritte zur Brandbekämpfung zu unternehmen. Der Wille zu helfen war zwar vorhanden, mangels vernünftiger Organisationsformen der Erfolg allzu
oft gering. Erfahrungen aus militärischen Gliederungen aufgrund der allgemeinen Wehrpflicht führten dann vor allem in der Zeit nach dem Kriege von 1870/71 zur massenhaften Gründung freiwilliger Feuerwehren mit einer
festen Befehlshierarchie, die eine Voraussetzung für eine geordnete Brandbekämpfung darstellte.
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Den unermüdlichen Bemühungen des Ökonomen Franz Klingensteiner war es zu verdanken, daß in
Dinkelscherben als erster Gemeinde des damaligen Bezirksamtes Zusmarshausen eine Freiwillige Feuerwehr gegründet wurde. Auf Ansuchen Klingensteiners kam am 2. April 1872 der Requisitenmeister der Feuerwehr
Augsburg, Herr Gerber nach Dinkelscherben und konstituierte die Freiwillige Feuerwehr nach dem Vorbild der Augsburger Wehr. Franz Klingensteiner wurde der erste Kommandant, Johann Vogele Vorstand. Insgesamt
umfasste die Wehr am Gründungstag 60 Mitglieder.
Nachdem die Druckspritze der Gemeinde und die der Hospitalstiftung der Feuerwehr übergeben waren, waren
die folgenden Monate von eifrigen Bemühungen der Wehrmänner erfüllt, die nötigen technischen und taktischen Grundlagen für eine erfolgreiche Brandbekämpfung zu erlangen. Das Fachwissen wurde hierbei
vom damaligen Zugführer und späteren Kommandanten der Augsburger Feuerwehr Georg Brach vermittelt. Als Lohn der Mühen konnten Klingensteiner und seine Männer am 21. Juli 1872 anlässlich des offiziellen
Gründungsfestes eine sehr erfolgreiche Hauptübung abhalten. Und schon kurz darauf kam der erste Einsatz beim Brand des ldw. Anwesens Kaspar Frey in Reischenau (heute Anwesen Schlosser) am 19. Oktober 1872.
Dabei wurde der Wehr für ihren herausragenden Einsatz nachträglich die Anerkennung des kgl. bayerischen Bezirksamtes ausgesprochen.
Kommandant Klingensteiner war nicht nur um die Schlagkraft seiner Wehr bemüht, sondern strebte auch den Gedankenaustausch und die Zusammenarbeit mit anderen Wehren an. So nimmt es nicht Wunder, da er bei
der Gründung des Bezirksfeuerwehrverbandes am 29. Juni 1876 federführend tätig war, zu dessen Vertreter er dementsprechend gewählt wurde. Eine wichtige Ergänzung der Ausrüstung war die Beschaffung eines
Zubringers (Hydrophor) im Jahre 1879, der dazu diente, das Wasser zur Spritze zu befördern. Franz Klingensteiner war bis 1888 Kommandant, und bekleidete anschließend als Nachfolger des 1878 gewählten
Anton Markmiller das Amt des Vorstandes. Sein Nachfolger als Kommandant wurde Ludwig Altstetter, der dieses Amt bis 1901 innehatte.
Einsätze im Sinne der nachbarschaftlichen Löschhilfe bei Großbränden in Reischenau, Lindach (1876), Häder (1881) hatte die Feuerwehr bereits bestanden, als am 6. Oktober 1890 der erste Großeinsatz am Ort bewältigt
werden musste. Dem beherzten Einsatz der Wehrmänner war es dabei zu verdanken, daß das Wohngebäude des ldw. Anwesens Nr. 67 in der Burggasse (heute Georg Müller, „Bergbauer“) vor den Flammen gerettet
wurde. Groß war die Trauer in Dinkelscherben und Umgebung, als am 1. März 1891 der Gründer der Wehr, Franz Klingensteiner im Alter von 69 Jahren starb. Abordnungen sämtlicher Wehren des Verbandes,
insgesamt 204 Feuerwehrmänner gaben ihm am 4. März 1891 das letzte Geleit.
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